Lage

Die Lage: Dresden-Striesen

Die Weichen zur heutigen Beliebtheit des Dresdner Stadtteils Striesen wurden bereits im 19. Jahrhundert gestellt: Um dem wilden Bauen auf den sandigen Fluren zwischen der Residenzstadt und dem Vorort Blasewitz Einhalt zu gebieten, beauflagten die Behörden das Areal mit einem Bebauungsplan. Dieser war in seiner 1870 beschlossenen Fassung von besonderer Weitsicht und Großzügigkeit geprägt, so dass er damals bei den Dörflern wegen verschwenderisch breiter Straßen auf Unverständnis stieß.

Vom Bebauungsplan erfasst wurden auch östlich der Fürstenstraße (heute Fetscherstraße) verlaufende, ei­gent­lich zum Siedlungsgebiet der Innenstadt zählende Straßenzüge. So auch die, wie fast alle Straßen des vornehmen Wohngebietes, nach einem Künstler benannte Hassestraße. Sie verdankt ihren Namen dem Komponisten und sächsischen Hof­kapellmeister Johann Adolf Hasse (1699–1783), der auch als Komponist vieler Opern und kammermusikalischer Werke nicht nur in Dresden hohes Ansehen genoss. Er lebte ab 1733 mit seiner Frau, der bedeutenden Opernsängerin Faustina, in Dresden. Er schuf über 100 Opern und kammermusikalische Werke. Er prägte eine neue musikalische Stilrichtung, die den Gesang der Solisten in den Vordergrund stellt.

Dresden-Striesen aus der Luft

Dresden-Striesen aus der Luft

Durchdachter Bebauungsplan

Nach den Vorgaben des Bebauungsplans wurden an großzügigen Straßenfluchten bis 1901 jährlich fast einhundert meist freistehende Häuser gebaut. Die Bauherren beauftragten großzügige und stilvolle Gebäude mit bestem zeitgemäßem Standard. Gebunden an relativ feste Vorgaben bezüglich der Kubatur und Anordnung der Bauten, legten sie besonderen Wert auf die individuelle und geschmackvolle Gestaltung der Fassaden und Treppenhäuser. Neben dem Jugendstil bestimmte der Historismus den architektonischen Zeitgeschmack: Aus Renaissance, Barock und Klassizismus stammende Gestaltungselemente prägen bis heute das Bild Striesens. Der für Dresden typische Sandstein war der ideale Werkstoff für die Verwirklichung der mannig­faltigen ar­chitektonischen und künstlerischen Ideen. Besonders anspruchsvolle Bauherren ließen die Sandsteinelemente mit einer Klinkerfassade harmonieren. Die Grundstücke und öffentlichen Plätze lassen viel Raum für Grün.

Viele Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe

Viele Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe

Selbstverständlich bildete sich eine der anspruchsvollen Bewohnerschaft angemessene Infrastruktur im Stadtteil heraus. Die Geschäftszentren an Borsberg- und Schandauer Straße sowie am Schillerplatz gelangten zu überregionalem Ansehen. Von besonderer Bedeutung für die Bewohner Striesens war bereits damals die gute verkehrstechnische Anbindung zu den traditionellen Erholungsgebieten der Dresd­ner, die Sächsische Schweiz und das Osterzgebirge.

Der Zweite Weltkrieg ließ große Teile des Stadtteils im Gegensatz zu der übrigen Stadt relativ unversehrt. Die westlichen, an die Innenstadt angrenzenden Teile wurden wie diese nahezu vollständig zerstört. Dazu zählt auch die gesamte Bebauung der Hassestraße.

Standort Blasewitzer Tor

Rückkehr zu alter Pracht

Seit der Wende ist Striesen wie kein anderer Stadtteil der an attraktiven Orten wahrlich nicht armen Stadt zu alter Pracht zurückgekehrt. Fast alle Gebäude wurden schon liebevoll restauriert und die Baulücken mit vom alten Bebauungsplan bestimmten Neubauten geschlossen.

Die traditionellen Geschäftszentren wurden durch mo­derne Einkaufspassagen ergänzt. Der Schillerplatz stärkte durch die Ansiedlung des breit ge­fächerten Shoppingcenters »Schiller­galerie«, den Ausbau und die Modernisierung des nahegelegenen Ärztehauses, den Aufbau eines kommunalen Verwaltungszentrums und die zeitgemäße Lösung verkehrstechnischer Probleme seine Bedeutung als maßgebendes Ortsteilzentrum im Dresdner Osten.

Villa am Waldpark

Villa am Waldpark

Vielfältige Schul-Tradition

Der hervorragende Ruf der Schulen des Stadtteils überdauerte die Zeiten, allen voran die »Kreuzschule« als Heimstatt des berühmten Dresdner Knabenchors und das »Martin-Andersen-Nexö«-Gymnasium mit seiner Förderung im mathe­matisch-physikalischen Bereich, aber auch alt­ehr­wür­dige Grund- und Mittelschulen, sind für viele Dresdner mit Kindern Anlass, sich hier anzu­siedeln.

Neue Bebauung an Hand alter Pläne

Neue Bebauung an Hand alter Pläne

Ruf als beliebteste Wohngegend der Stadt gefestigt

Immer noch nach den Maßgaben des klugen Bebauungsplanes von 1870 hat in den letzten Jahren noch einmal verstärkt Bautätigkeit in Striesen begonnen. Auch die verbliebenen, bereits seinerzeit parzellierten Baufelder werden bebaut. Die Nachfrage nach Wohnraum in diesem Stadteil bleibt ungebrochen.